Plakatkampagne 2011Plakatkampagne 2011Wie viel kann ein Kind ertragen? Diese Frage zum Thema Kinderarbeit stellt die Kindernothilfe seit Mitte Januar in aller Öffentlichkeit - und zwar mit ihrer neuen Plakat-Kampagne. Unsere Antwort: Jedes der 115 Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren, die weltweit unter unzumutbaren Bedingungen in Minen, auf dem Feld oder als Leibeigene im Haushalt schuften müssen, ist eines zu viel. Mit zahlreichen Projekten, Kampagnen und politischer Arbeit setzt sich die Kindernothilfe dafür ein, dass Kinder ihr Recht auf Bildung wahrnehmen können, anstatt arbeiten gehen zu müssen.
Von den 215 Millionen weltweit arbeiten Kindern schuften 115 Millionen unter unzumutbaren Bedingungen. Dies stellt der aktuelle Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) fest (Stand Mai 2010). Armut treibt Familien dazu, ihre Kinder zur Arbeit zu schicken. Viele Kinder werden Opfer von Sklaverei, Kinderhandel oder Prostitution.
Die Ursachen
Die Ursachen für Kinderarbeit stehen in engem Zusammenhang mit der Armut ihrer Familien: Arbeitslosigkeit, ungerechte Landverteilung, Verschuldung und Preisverfall der Rohstoffe führen dazu, dass Familien auf die Einkünfte der Kinderarbeit angewiesen sind. Fehlende soziale Absicherungen und Kürzungen der Sozialausgaben vieler Regierungen lassen aber auch erkennen, dass eine direkte Verbindung zwischen der Ausbeutung der Arbeitskraft von Kindern und der Entwicklung der Weltwirtschaft besteht.
Zahlen und Fakten
Nach Schätzungen der ILO arbeiten in der Altersgruppe 5 bis 17 Jahre weltweit 215 Millionen Kinder.
In der Altersgruppe 5 bis 14 Jahre arbeiten weltweit 176 Millionen Kinder:
- 97 Mio. Kinder in Asien
- 58 Mio. Kinder in Afrika südlich der Sahara (also fast jedes 4. Kind)
- 10 Mio. Kinder in Lateinamerika und der Karibik
- 11 Mio. Kinder in den übrigen Weltregionen
Gefährliche Kinderarbeit
Etwa 115 Millionen Kinder zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten in Jobs, die zu den gefährlichen Formen von Kinderarbeit gehören. Dazu zählen u.a.: Sklaverei, Kinderhandel, Schuldknechtschaft, Prostitution, andere Arbeiten, die für die Gesundheit, Sicherheit oder die Sittlichkeit von Kindern schädlich sind.
Erhebungen der IAO haben ergeben, dass 6 von 10 arbeitenden Kinder in der Land- und Forstwirtschaft, der Fischerei und der Jagd beschäftigt sind. Hier gibt es enge Verflechtungen zur informellen Wirtschaft, wo sich die mit Abstand höchste Zahl der arbeitender Kinder findet. So kommt es zum Beispiel vor, dass kommerzielle Plantagen Arbeiten an kleine landwirtschaftliche Familienbetriebe übertragen. Oder Familien stellen in Heimarbeit Waren her, die dann in Unternehmen (fürs Inland oder den Export) verwendet werden.
An vielen Kindern geht die oft schwere körperliche und gefährliche Arbeit nicht spurlos vorüber. Kinder leiden unter:
gebrochenen Armen oder Beinen , Verbrennungen, Hauterkrankungen, Blindheit, Taubheit, Atem-, Kopf- oder Magenschmerzen.
Abkommen
Am 17. Juni 1999 nahmen in Genf 174 Mitgliedsländer der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) das neue "Übereinkommen über das Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit" an. Die Kindernothilfe hat mit großem Engagement den Beratungs- und Entscheidungsprozess der neuen Konvention begleitet.
Die neue Konvention (IAO Nr. 182) sieht vor, dass die Länder, die sie ratifizieren, aktiv vorgehen müssen gegen
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die Versklavung von Kindern
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die Schuldknechtschaft (Abzahlung von Schulden der Eltern durch die Arbeit der Kinder)
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den Handel mit Kindern
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Prostitution und Pornographie mit Kindern
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die Zwangsrekrutierung von Kindern als Soldaten
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alle andere Formen von Ausbeutung oder Gefährdung von Kindern

