Suche
Online spenden Jetzt anmelden
Kinderarbeiter mit Schubkarre vor Berg. (Quelle: Kinderothilfe-Partner)

Kinderarbeit weltweit

Alle wichtigen Infos zum Thema Kinderarbeit haben wir auch auf unserem Themenblatt zum Download bereitgestellt.

Heute arbeiten rund 168 Millionen Kinder weltweit - die Hälfte von ihnen unter ausbeuterischen Bedingungen

Laut der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gibt es weltweit 168 Millionen Kinderarbeiter zwischen fünf und 17 Jahren, 85 Millionen von ihnen schuften unter ausbeuterischen Bedingungen.Viele der arbeitenden Kinder gehen unzumutbaren und gefährlichen Arbeiten nach. Sie arbeiten beispielweise in Minen, Steinbrüchen oder auf Plantagen für Tabak, Kaffee oder Kakao. Einige schuften auch sklavenähnlich in Haushalten oder werden Opfer von Kinderhandel und Prostitution.

Was ist Kinderarbeit und wann ist sie ausbeuterisch?

Weltweit arbeiten viele Jungen und Mädchen, zum Beispiel wenn sie die Nachbarskinder babysitten oder den Eltern im Haushalt oder im eigenen Betrieb helfen. Viele der Kinder machen diese Arbeit sogar gerne. Kinderarbeit ist erst dann schädlich, wenn sie ausbeuterisch ist. Das heißt, wenn sie die Rechte von Kindern verletzt.

Ausbeuterische Kinderarbeit verletzt Kinderrechte

Kinderarbeiter trägt Steine auf dem Rücken. (Quelle: Christian Herrmanny)
Ausbeuterische Kinderarbeit verletzt viele Kinderrechte massiv.

Durch ausbeuterische Kinderarbeit werden viele Rechte von Kindern und Jugendlichen massiv verletzt. Zum Beispiel das Recht auf Bildung: Arbeitende Jungen und Mädchen haben oftmals keine Zeit, um in die Schule zu gehen oder Hausaufgaben zu machen.
Auch das Kinderrecht auf Freizeit wird beschnitten: Wegen der Arbeit bleibt keine Zeit zum Spielen oder Faulenzen.
Insbesondere gefährliche Arbeiten, wie zum Beispiel in Minen, in Steinbrüchen oder auf Tabakplantagen verletzen das Recht eines jeden Kindes auf Gesundheit.
Und natürlich wird das Recht auf den Schutz vor Ausbeutung und Gewalt verletzt, wenn Kinder beispielsweise unter sklavenähnlichen Bedingungen in Haushalten schuften müssen.
Die Kinderrechtskonvention, in der die Rechte der Kinder festgeschrieben sind, finden Sie hier.

Die schlimmsten Formen von Kinderarbeit

1999 präzisierte die ILO die schlimmsten Formen von Kinderarbeit und hielt sie in der Konvention 182, dem „Übereinkommen über das Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit“ fest. Demnach sind diese Formen ausbeuterischer Kinderarbeit verboten:

  • alle Formen von Sklaverei und ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen wie Kinderhandel und Schuldknechtschaft
  • Prostitution oder Pornografie
  • illegale Aktivitäten wie zum Beispiel Drogenhandel
  • Arbeiten, die ihrem Wesen nach schädlich für die psychische und physische Gesundheit der Kinder sind.

Warum gibt es Kinderarbeit?

Kinderarbeiter putzt Schuhe. (Quelle: Dietmar Roller)
In Haiti arbeiten Kinder zum Beispiel als Schuhputzer.

In der Regel wollen weder die Kinder noch ihre Eltern, dass sie arbeiten. Aber sie haben keine andere Wahl: Ihre Eltern verdienen nicht genügend Geld, um die Familie zu ernähren oder ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen. Deswegen ist Kinderarbeit meist in armen Familien weit verbreitet.
Außerdem gibt es Jungen und Mädchen, die keine Eltern mehr haben. Sie leben oft auf der Straße und müssen arbeiten, damit sie sich etwas zu essen kaufen können.

Wie kann man Kinderarbeit verhindern?

Kinderarbeit ist ein sehr komplexes Thema und fordert daher eine komplexe Lösung. Ein striktes Verbot von Kinderarbeit hilft daher nicht. Denn gehen die Kinder nicht mehr arbeiten, verlieren sie und ihre Familien das für sie so wichtige Einkommen. Außerdem besteht die Gefahr bei einem generellen Verbot von Kinderarbeit darin, dass die Jungen und Mädchen anfangen, illegal zu arbeiten. Denn nach wie vor brauchen sie das Geld zum Überleben.

Daher ist es wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, die auf das jeweilige Umfeld und die Situation der arbeitenden Jungen und Mädchen zugenschnitten sind. Zu diesen Maßnahmen zählen unter anderem bessere Bildungsangebote. Nur mit Bildung kann der Armutskreislauf, der die Kinder zur Arbeit zwingt, durchbrochen werden. Darüber hinaus muss das Einkommen der Eltern gesteigert werden. Können die Eltern den Lebensunterhalt für die Familie bestreiten, müssen die Kinder gar nicht erst anfangen zu arbeiten.