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Guatemala: Schule statt Steinbruch

Magdalena und Ricardo sind zwei von vielen Tausend Kindern, die in Guatemala unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten müssen. Anstatt in der Schule zu lernen, zertrümmern sie Tag für Tag Steine, um das Überleben ihrer Familien zu sichern. Die Kindernothilfe-Partnerorganisation CEIPA sorgt dafür, dass schuftende Kinder trotzdem die Chance auf eine bessere Zukunft haben.

Quetzaltenango – Obwohl es brütend heiß ist, haben der zwölfjährige Ricardo und sein Bruder lange Pullover an, um sich vor der brennenden Sonne zu schützen. Der Schweiß rinnt ihnen unaufhaltsam in die Augen, wenn sie die schweren Felsbrocken in Eimern auf ihren Schultern aus dem Steinbruch schleppen. Ihr großer Bruder treibt lange Eisennägel in einen riesigen Felsbrocken, um diesen Stück für Stück auseinanderzusprengen.

Weiter oben am Hang am Fuße des Vulkans Santa Maria, der über der zweitgrößten Stadt Guatemalas thront, steht ihr Großvater und bearbeitet den Fels mit Hammer und Meißel, um einen weiteren Brocken zu lösen. Auch dieser wird irgendwann in die Grube stürzen und dabei hoffentlich niemanden verletzen. Trotz dieser Gefahren und der harten Arbeit ist Ricardo froh und stolz, wie er sagt, hier etwas Geld verdienen zu können. Nicht, weil er die Arbeit selbst gut findet, sondern weil er weiß, dass seine alleinerziehende Mutter ohne seine Unterstützung die Familie nicht durchbringen könnte.

Nur ein paar hundert Meter weiter in einem anderen Steinbruch: Ohne Mund- und Augenschutz bearbeitet die achtjährige Magdalena  mit Spitzhacke und Vorschlaghammer Gesteinsbrocken, um diese in immer kleinere Stücke zu zerbrechen. Juan, ebenfalls acht Jahre alt, wirft das zerkleinerte Gesteinsmaterial mit einer Schippe durch ein großes Sieb, um das feine Gesteinsmehl von den kieselgroßen Brocken zu trennen. Seine Hände und das Gesicht haben sich weiß gefärbt vom Steinstaub, der zudem seine Lunge ruiniert.  

Folgen der Kinderarbeit

Guatemala Action!Kidz Reise 2018
Jeden Morgen schleppt Ricardo die schweren Eimer aus dem Steinbruch.

Die Arbeit in den Steinbrüchen hat gravierende Auswirkungen auf das Leben der Kinder. Insbesondere die fehlende Schulausbildung hat Folgen für die Zukunft der Mädchen und Jungen. Denn haben die Kinder keinen Schulabschluss, werden sie als Erwachsene keine Chance auf einen besser bezahlten Job haben. So werden auch ihre Kinder in der nächsten Generation zum Familieneinkommen beitragen müssen und der Teufelskreis der Kinderarbeit schließt sich. Die Jungen und Mädchen leiden zusätzlich an den physischen Folgen der Kinderarbeit: Das Heben der schweren Steinbrocken belastet die Gelenke und Knochen der jungen Körper. Der aufwirbelnde Staub macht die Lunge kaputt und beim Zersprengen der Steine können Steinsplitter die Augen verletzen.

Wie wir den Kindern in Guatemala helfen

Guatemala Action!Kidz Reise 2018

Das Förderzentrum bietet den Kindern Bildung und einen Rückzugsort.

Um den Teufelskreis der Kinderarbeit zu durchbrechen, bietet die Kindernothilfe mit ihrer Partnerorganisation CEIPA den Jungen und Mädchen in einem Förderzentrum Bildungsmöglichkeiten und somit eine Perspektive für ein besseres Leben. Viele haben aufgrund schwieriger Lebensbedingungen die Schule abgebrochen – jetzt haben sie die Chance einen staatlich anerkannten Schulabschluss zu machen. Sie lernen in speziellem Förderunterricht und kleinen Gruppen, so erzielen sie schnelle Lernerfolge. Neben Schulmaterialien gibt es für jedes Kind zweimal im Jahr eine medizinische Untersuchung. Im Projekt können die Kinder außerdem an verschiedenen Freizeitaktivitäten teilnehmen. Auch die Eltern werden geschult und weitergebildet –  sie lernen, wie wichtig Schulbildung für ihre Kinder ist und können sie dadurch besser unterstützen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, im Berufsbildungszentrum von CEIPA eine einjährige Ausbildung zu absolvieren.

Wenn Sie als Action!Kidz den Kinderarbeitern in Guatemala helfen möchten, bestellen Sie unser kostenloses Material und informieren Sie sich unverbindlich über die Kampagne oder melden Sie sich direkt an.